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Vorstoß in den Microkosmos
Eröffnung der Ausstellung `in the beginning´ im gotischen Stadel
Die neue Werkreihe der Münchner Malerin Eva Kunze trägt den Titel in the beginning" - und ist damit die passende Eröffnung für das beginnende Ausstellungsjahr im Landshuter Gotischen Stadel auf der Mühleninsel. Franz Schneider von der Neuen Galerie eröffnete bei der Vernissage der Ausstellung das neue Jahrzehnt", sagte spannende Ausstellungen in den nuller Jahren" voraus - und übergab das Wort an die Münchner Journalistin Elke Krüsmann, die zunächst einmal Kunzes Werk einordnete: Die klassischen Genres Malerei, Fotografie und Skulptur werden in den nächsten Jahren wieder ins Zentrum der Aufmerksamkeit rücken."
Derzeit seien - wie beispielsweise in der Ausstellung German Open" im Kunstmuseum Wolfsburg zu sehen - spannende Tendenzen zu beobachten; junge Künstler, die die Malerei mit ganz neuen Ideen bereichern, sich zum Beispiel von Comics und Computerspielen animieren zu lassen". Zu diesen Ideengebern gehöre auch Eva Kunze: Der wesentliche Antrieb für ihre Kunst ist es Möglichkeiten zu suchen, wie sie die Malerei weiterentwickeln kann."
Kunze treibe ihre Formensprache immer weiter, versuche, ihre Grenzenständig zu erweitern. Zu Beginn ihres Tuns - Anfang der 80-er Jahre - war die Münchner Malerin noch stark von den Jungen Wilden beeinflusst, sagte Krüsmann. Während damals die menschliche Figur im Mittelpunkt stand, folgte darauf ein Zyklus mit dem Titel Verfallsfiguren": Nur noch vage Konturen menschlicher Gestalten waren auf den Bildern zusehen. Im folgenden Zyklus Untiefen" gab es diese Figuren schließlich überhaupt nicht mehr.
Im neuen Zyklus in the beginning" studiert Kunze, was passiert, wenn Materie sich in ihre kleinsten Bestandteile auflöst", so Krüsmann. Dabei sei jedes Bild eine Expedition auf unbekanntes Terrain, eine Arbeit ohne vorher festgelegte Form. Tatsächlich versuche sie, so die Künstlerin selbst, die einige ihrer Werke vorstellte, mit ihren Bildern Mikrostrukturen zu entdecken, sich gewissermaßen innerhalb der Materie aufzuhalten. Dabei bewege sie nicht zuletzt die Frage: Kann der Mensch in der Kunst eigentlich nur diejenigen Formen kopieren, die die Natur ihm vorgibt, oder ist er dazu in der Lage selbst neue zu erfinden?
-ch-
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