19.1.2000

Landshut Heute

Von künstlerischen Grenzgängen

Eva Kunze stellt ab Samstag ihre Werke in der Neuen Galerie aus.

Wie fette Regenwürmer schlängeln sich Linien durch das Bild oder rote Farbkörper verschmelzen zu einem amorphen Feuerball. Es ist, als wolle Eva Kunze in immer neuen Annäherungsversuchen die Geheimnissedes Lebens ergründen.Ab Samstag zeigt die Neue Galerie ihre neuen Arbeiten. Die Vernissage findet am Freitag um 20 Uhr im Gotischen Stadel auf der Mühleninsel statt.Zur Eröffnung spielt die Band "1000 Heftl". Es spricht die Journalistin Elke Krüsmann.

Eva Kunze studiert in ihren Bildern, was passiert, wenn Materie sich in ihre kleinsten Bestandteile auflöst. Sie untersucht, was bleibt, wenn Vertrautes - aus neuem Blickwinkel betrachtet - plötzlich fremd erscheint wenn Landschaften wie aus extraterrestrischen Satellitenaufnahmen zu abstrakten Farbkompositionen schrumpfen.In allen Bildern der 1963 geborenen Malerin geht es um Natur und ihre Elemente, um den Zerfall von Materie und die Entstehung neuen Lebens. Titel wie "morphogenetic field", "wonderful world" oder "flow" sollen die Assoziationen des Betrachters lenken, aber nicht in eine bestimmte Richtung drängen. Die Themen, die ich mir stelle; dienen mir lediglich als Mittel, um meine Konzentration zu fokussieren. Das eigentliche Ziel bei jedem Bild: Ich suche neue Wege, wie die Malerei weiterentwickelt werden kann.

"Formfindung" ist das Thema, um das alle neueren Arbeiten kreisen. Bei diesen Grenzgängen sucht sie Antworten auf die Fragen: Wie entstehen Formen in der Natur? Welche Informationen werden dabei weitergegeben? Jedes Bild ist eine Expedition in unbekanntes Terrain. Denn ohne vorher festgelegte Form zu arbeiten, ist eine derschwierigsten Aufgaben in der Malerei.

Die Ausstellung dauert bis zum 13. Februar und ist geöffnet Donnerstags bis Sonntags von 14 bis 17 Uhr.

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